Fragen & Antworten

Hier finden Sie Informationen zu wichtigen, interessanten oder auch durchaus mal skurrilen Themen rund um die medizinische Versorgung, die Haltung und Pflege oder die Arbeit in der tierärztlichen Praxis. Wenn Sie hier ein Thema vermissen, dann schreiben Sie uns gerne Ihre Frage. Viel Spaß beim lesen!

Worauf muss ich achten, wenn mein Hund oder meine Katze Welpen bekommt?

Die Natur hat den Hunden und Katzen Instinkte mitgegeben, um ihre Welpen auf die Welt zu bringen. Dennoch helfen Vorsorgeuntersuchungen während der Trächtigkeit und medizinische Begleitung während der Geburt, um sicher zu stellen, dass die Tiere gesund bleiben.

Etwa 63 Tagen nach der Befruchtung sind die Welpen reif. Etwa 12-24h vor der Geburt sinkt bei Hunden die Körpertemperatur um ca. 1,5°C. Unmittelbar vor der Geburt wird die Mutter sehr unruhig, beginnt zu hecheln und zittern und hat Kontraktionen. Lassen Sie dem Tier jetzt bitte Ruhe und Freiraum. Das letzte Anzeichen vor der Geburt ist ein klarer Scheidenausfluss. Sollte Ihr Tier innerhalb einer Stunde nach diesem Ausfluss keine Welpen zur Welt gebracht haben, kontaktieren Sie bitte Ihren Tierarzt.

Die Welpen kommen gewöhnlich in Intervallen von unter 20 Minuten zur Welt. Das Muttertier durchbeißt selbständig die Nabelschnur und leckt die Welpen ab. Wenn Sie beobachten, dass ihr Tier über eine Stunde lang stark presst oder eine Geburtspause über vier Stunden einlegt, fragen Sie Ihren Tierarzt um Rat.

Der Tierarzt leistet natürliche Geburtshilfe bis hin zum Kaiserschnitt

Sollte die Geburt ins Stocken geraten, kann Ihr Tierarzt helfen. Eine Ultraschall-Untersuchung oder ein Röntgenbild verschaffen Klarheit über die Anzahl der Welpen und deren gesundheitlichen Zustand. Medikamente erleichtern den Geburtsprozess. Es kann aber auch ein Kaiserschnitt nötig sein, um Leib und Wohl zu bewahren. Dieser geschieht unter schonender Vollnarkose. Die Tiere werden unmittelbar nach der Geburt medizinisch versorgt und erholen sich rasch. Üblicherweise können sie sehr schnell wieder nach Hause, oft sogar noch am gleichen Tag.

Weshalb ist die richtige Ernährung so wichtig?

Wie wichtig der richtige Treibstoff beim Auto ist, wissen wir alle. Aber dass es für unsere Tiere essentiell ist, das richtige Futter zu bekommen, verdrängen wir gerne.

Die heutigen Futtermittel für Tiere enthalten viele Bestandteile, die jeweils eine Funktion in der Ernährung erfüllen: Kohlenhydrate liefern Energie für die Körperzellen. Proteine ermöglichen den Zellaufbau und steuern den Energiestoffwechsel der Zellen. Fette dienen als Reservestoff, um Energie für einen späteren Zeitpunkt zu lagern. Hinzu kommen verschiedene Salze, Spurenelemente und Vitamine, die weitere wichtige Funktionen im Körper erfüllen.

Auf die Dosierung kommt es an

Der Schlüssel zur gesunden Ernährung ist das richtige Maß an Bestandteilen im Futter. Und dieser Schlüssel ist so individuell, wie jedes einzelne Tier und sein Körper. Das richtige Futter kann zum Beispiel Herzerkrankungen vermeiden, Hautkrankheiten heilen, Harnsteine auflösen, Nierenerkrankungen lindern oder Magen-Darmerkrankungen behandeln.

Auch das Verhalten wird von der Ernährung beeinflusst: Erhalten Hunde auch nur eine Spur zuviel an Protein im Futter, so entsteht ein sogenanntes Energieungleichgewicht und die Hunde verhalten sie sich unter Umständen hyperaktiv.

Ihr Tierarzt bietet Ihnen eine individuelle Futtermittelberatung und kann Ihnen auch spezielle Futtermittel verkaufen. Und das ist günstiger, als Sie denken: Abhängig von Hersteller, Produkt und Gewicht des Tieres zahlen Sie für Qualitätsfutter pro Tag nicht mehr, als für einen Apfel oder einen Liter Orangensaft! Und durch das richtige Futter vermeiden Sie auch später anfallende Tierarztkosten.

Warum ist die Prophylaxe gegen Würmer, Flöhe und Zecken so wichtig?

Oft für das bloße Auge nicht erkennbar erzeugen Parasiten Erkrankungen bei Tier und Mensch!

Würmer stellen nicht nur für Haustiere sondern auch für Menschen, die mit ihnen in Kontakt kommen, ein Gesundheitsrisiko dar. Die Entwurmung tötet immer nur diejenigen Würmer ab, die sich gerade im Körper des Tiers befinden. Eine Vorbeugung gegen einen erneuten Befall gibt es nicht. Ratsam ist daher eine Entwurmung 4x jährlich (Welpen und Muttertiere häufiger). Das Entwurmungsmittel erhalten Sie nur bei Ihrem Tierarzt.

Ein Befall durch Flöhe stellt die häufigste Ursache für starken Juckreiz dar. Nur 5% der vorhandenen Flohpopulation lebt als ausgewachsener Floh am Tier. Die restlichen 95% befinden sich als Eier, Larven und Puppen in der unmittelbaren Umgebung des Flohträgers. Folglich ist es unbedingt erforderlich, beim Flohbefall nicht nur das Tieres sondern auch dessen Umgebung zu behandeln.

Zecken stellen nicht nur ein hygienisches Problem dar. Mit dem Zeckenbiss werden auch spezifische Krankheiten übertragen. Wichtig ist, in der gesamten Zeckensaison Zecken von Hunden fernzuhalten. Dies gelingt am besten durch die Anwendung von Präparaten, die nicht nur eine insektizide Wirkung haben, sondern auch eine Repellentwirkung (zeckenabweisend).

Kombipräparate gegen Flöhe und Zecken erhalten Sie in der Apotheke oder als besonders wirksames Präparat nur bei Ihrem Tierarzt. Von März bis November sollten sie alle 4 Wochen angewendet werden. NEU: Beim Tierarzt gibt es jetzt Halsbänder mit einer Wirkungsdauer von 8 Monaten.

Kann man auch bei einem Tier eine Chemotherapie durchführen?

Krebserkrankungen entstehen bei Tieren leider öfter, als man denkt. Ist ein Krebsgeschwür einmal beim Tierarzt über Röntgen oder Ultraschall entdeckt, wird die Diagnose meist über eine Gewebeentnahme bestätigt. Manche Geschwüre können operativ entfernt werden. Oftmals ist eine Chemotherapie die beste Behandlung. Hierbei wird ein Protokoll erstellt, das festlegt, welche Medikamente das Tier zu welchem Zeitpunkt über ein paar Wochen oder Monate erhält. Dies können Tabletten, Spritzen oder Infusionen sein. Begleitend wird verfolgt, wie sich das Geschwür entwickelt.

Lebensqualität und Lebenszeit sind das Ziel der Chemotherapie

Im Gegensatz zur Humanmedizin besteht in der Tiermedizin vorrangig das Ziel einer Verbesserung der Lebensqualität und einer Verlängerung der Lebenszeit und nicht die Heilung der Krebserkrankung. Natürlich schließt dies nicht aus, dass einige Krebserkrankungen dennoch ausgezeichnete Heilungschancen haben. Die Lebenszeit eines erkrankten Tieres kann durch die Chemotherapie teilweise um Jahre verlängert werden, wo ohne Behandlung der Tod schon nach wenigen Tagen oder Wochen eingetreten wäre.

Die Nebenwirkungen der Chemotherapie sind in der Regel wesentlich verträglicher, als in der Humanmedizin üblich. So tritt oftmals eine Verbesserung des Allgemeinbefindens schon nach wenigen Tagen ein und weder Hunde noch Katzen verlieren im Laufe der Chemotherapie ihre Haare.

Das Krebsrisiko steigt mit dem Alter des Tieres. Aber auch junge Tiere können Geschwüre entwickeln. Sprechen Sie Ihren Tierarzt an, wenn Ihr Tier abgeschlagen oder schmerzhaft wirkt, sein Verhalten sich stark verändert, oder Sie einen Knoten ertasten können. Eine frühe Diagnose verbessert die Chancen der Behandlung erheblich.

Was ist eine Hüftgelenksdysplasie (HD)?

Die Hüftgelenksdysplasie, kurz HD, ist eine vererbte Fehlentwicklungen des Hüftgelenks, die sich bei vielen Hunderassen zeigt. Weil hierbei der Kopf des Oberschenkelknochens in der Hüftgelenkspfanne nur ungenügenden Halt findet und durch seine abnorme Beweglichkeit Nerven gereizt werden, haben betroffene Hunde oft starke Schmerzen. Schlechte Gewohnheiten in der Ernährung und Bewegung wirken sich zusätzlich ungünstig auf die Erkrankung aus und beschleunigen das Krankheitsbild. Zur Vermeidung der Weitervererbung der Fehlbildung ist bei den meisten Hundezuchtverbänden eine Bescheinigung der HD-Freiheit zur Zuchtzulassung erforderlich, die Sie bei Ihrem Tierarzt erhalten können, wenn Ihr Tier gesund ist.

Behandlungsalternativen

Zu den gängigsten Behandlungsmethoden gehört zunächst die Gabe von schmerzstillenden und entzündungshemmenden Medikamenten. Der Hund sollte zudem geschont werden, um den Krankheitsverlauf nicht zu fördern.

Bei leichteren Hunderassen bietet sich eine sogenannte „Femurkopfhalsresektion“ an. Hierbei wird der Gelenkkopf des Oberschenkelknochens entfernt, worauf sich eine stabile Gewebeverbindung zum Hüftgelenk hin bildet und auch langfristig eine gute und schmerzfreie Bewegung gewährleistet. Ist der Hund zu schwer für diese Lösung, so kann man ein künstliches Hüftgelenk einsetzen. Obwohl diese Operation recht teuer ist, so bietet sie dem Hund die Möglichkeit, bis ins hohe Alter beschwerdefrei zu leben. Begleitet werden die Eingriffe meist durch Physiotherapie und Medikamentengabe.

Wenn Sie erkennen können, dass Ihr Hund lahmt oder Sie den Verdacht haben, dass Ihr Tier Schmerzen in der Hüfte hat, wenden Sie sich möglichst frühzeitig an Ihren Tierarzt. Eine einfache Röntgenaufnahme verschafft Klarheit.

Was muss ich tun, wenn mein Tier etwas verschluckt hat?

Verschluckte Fremdkörper in Speiseröhre, Magen oder Darm von Hund und Katze kommen in der tierärztlichen Praxis häufig vor. Manche kleine Gegenstände können den gesamten Magen-Darmtrakt passieren, ohne Störungen zu verursachen und werden auch nach einigen Tagen wieder ausgeschieden. Große oder unförmige Gegenstände können sich oftmals in verschiedenen Bereichen von Speiseröhre, Magen oder Darm so festsetzen, dass es zu einer lebensbedrohlichen Situation kommen kann. In diesem Fall entscheiden das frühzeitige Erkennen dieser Situation und die schnell eingeleitete Therapie über das Leben des Tieres. Spitze oder scharfkantige Fremdkörper können die Speiseröhren-, Magen oder Darmwand leicht durchstoßen und zu Entzündungen und Fistelungen im Brust oder Bauchraum führen.

Schnell sein hilft dem Tier

Innerhalb von zwei Stunden nach Verschlucken kann der Tierarzt durch eine Spritze das Erbrechen des Gegenstandes erzwingen. Sitzt der Fremdkörper in der Speiseröhre fest, kann der Einsatz eines Endoskops (schonendes Kamera-Teleskop mit Fremdkörperzange) in manchen Fällen erfolgreich sein. Gelingt das Entfernen des Fremdkörpers auf diesem Wege nicht, muss operativ eingegriffen werden.

Klassische Anzeichen für festsitzende Fremdkörper in Speiseröhre und Magen können das Herauswürgen von Nahrung, Erbrechen, Durchstrecken (Gebetsstellung), Gähnen, übermäßiges Speicheln, Ruhelosigkeit, Schluckbewegungen, Teilnahmslosigkeit und Appetitlosigkeit sein. Der Verdacht eines Fremdkörpers im Magen- Darmtrakt oder in der Speiseröhre wird durch eine oder mehrere Röntgenaufnahmen oder eine Ultraschalluntersuchung abgeklärt. Wenden Sie sich beim Verdacht möglichst frühzeitig an Ihren Tierarzt.

Weshalb sind Zeckenbisse so gefährlich?

Ab März bis November sind wieder Zecken unterwegs und befallen Hunde, Katzen und Menschen, indem sie sich in deren Haut festbeißen und Blut aufsaugen. Die meisten Zeckenbisse sind nicht gefährlich. Allerdings befinden sich meist im Magen der Zecken gefährliche Erreger, die von den Zecken während des Saugens oder bei Schock hochgewürgt werden und so in die Blutbahn des Wirts gelangen. Deshalb sollten Zecken zügig und schonend mit Hilfe einer Zeckenzange entfernt werden. Dabei sollten Sie die Zecke möglichst nahe der Hautoberfläche erfassen und schonend herausziehen.

Das Allgäu gehört zu den Risikogebieten für die Übertragung der Hirnhauthautentzündung (FSME) durch Zecken. Hunde und Katzen erkranken zwar nicht an FSME, jedoch können Zecken von diesen Tieren auf Menschen gelangen und diese dann anstecken. Aber auch andere gefährliche bakterielle parasitäre Krankheiten (wie z.B. Borreliose) können übertragen werden. Diese Erkrankungen müssen sofort mit Antibiotika behandelt werden, sonst können sie chronisch enden und können dann nicht mehr geheilt werden.

Bei Fieber, Mattigkeit, Appetitlosigkeit oder Lähmungserscheinungen nach einem Zeckenbefall bei Ihrem Hund oder Ihrer Katze sollten Sie unbedingt ihren Tierarzt aufsuchen. Eine Blutuntersuchung gibt zuverlässigen Aufschluss über eine Infektion, die schnell behandelt werden sollte.

Bei ihrem Tierarzt bekommen Sie außerdem eine gute Zeckenzange und moderne Mittel zur Vorsorge, wie Zeckenhalsbänder (ca. 7 Monate wirksam) oder Spot-On Präparate (alle 4 Wochen anzuwenden). Diese sorgen dafür, dass Zecken nach einem Biss ein Gift aufnehmen und tot von der Haut abfallen oder gar nicht erst den Wirt befallen.

Weshalb sollte ich mein Tier chippen und registrieren lassen?

Für alle Tiere, die seit 2011 geboren sind, gilt bei Reisen ins Ausland die Chippflicht. Eine Tätowierung wird inzwischen bei einer möglichen Kontrolle innerhalb der EU nicht mehr akzeptiert! Jeder Tierhalter sollte deshalb sein Tier vor Reiseantritt chippen lassen. Ganz gleich, ob es bereits tätowiert ist oder nicht. Denn damit erspart man sich an der Grenze eventuelle unliebsame Diskussionen mit Beamten.

Ein Tierleben lang Sicherheit

Ein sogenannter „Chip“ ist ein Microchip-Transponder, der jedem Tier mit einem entsprechenden Applikator vom Tierarzt unter die Haut der linken Hals-Seite eingesetzt werden kann. Der Einsatz des Chips dauert nur eine Sekunde und kann ohne örtliche Betäubung durchgeführt werden. Dennoch ist es für das Tier offensichtlich kaum schmerzhaft- die meisten Tiere empfinden beispielsweise eine Spritze als wesentlich unangenehmer. Jeder Chip ist mit einer individuellen 15-stelligen ID Nummer kodiert. Er bleibt während des ganzen Tierlebens funktionsfähig, ist beliebig oft mit einem Lesegerät ablesbar und stört das Tier überhaupt nicht.

Der Tierhalter erhält vom Tierarzt Unterlagen, mit denen er sein Tier und dessen ID-Nummer freiwillig registrieren lassen kann (bei Tasso oder dem Deutschen Haustierregister). Dann sind im Verlustfall die Kontaktdaten des Tieres zentral hinterlegt. Sollte das Tier, auch im Ausland, verloren gehen, so kann jeder Tierarzt die ID-Nummer auslesen und den Kontakt zum Halter herstellen. Der Chip ist also die sinnvollste Vorsichtsmaßnahme, um sein Tier im Verlustfall wieder zu bekommen. Wenden Sie sich bei Fragen an Ihren Tierarzt.

Weshalb sollte ich bei meinem Tier auf mögliche Zahnerkrankungen achten?

Je nach Altersgruppe leiden bis zu 80% unserer Haustiere an Zahnerkrankungen. Diese werden allerdings häufig vom Besitzer übersehen. Achten Sie darauf, wenn Hunde und Katzen beginnen, Feuchtfutter gegenüber Trockenfutter oder Kauknochen zu bevorzugen oder wenn Meerschweinchen und Kaninchen lieber Grünfutter fressen statt kauintensivem Heu.

Bei jungen Hunden kann es zu Zahnfehlstellungen kommen, wenn die Milchzähne spät herausfallen und die bleibenden Zähnen dadurch behindern Bei erwachsenen und alten Hunden und Katzen treten am häufigsten Schädigungen des Zahnhalteapparates auf. Zumeist bildet sich Plaque, welcher durch Bakterien gebildet wird, und anschließend Zahnstein, an dem Bakterien besonders gut haften. Es  kommt es zu einer sehr starken Keimbelastung im Maul, wodurch sich das Zahnfleisch entzündet und der Knochen um die Zähne zurückbildet. Folge: Die Zahnhälse liegen frei und die Zähne verlieren den Halt. Zudem kann dies auch die Organe beeinträchtigen. Bei einer starken Keimbelastung im Maul können Keime abgeschwemmt werden und z.B. zur Entzündung der Herzklappen oder der Nieren führen. Der entstehende Mundgeruch beeinträchtig außerdem den Hund im seinem Riechvermögen, was vor allem bei Jagd- und Gebrauchshunden eine Rolle spielt.

Die Futtermittelindustrie hat spezielle Trockenfutter und Kauprodukte entwickelt, welche die Zähne säubern sollen. Außerdem gibt es Mittel, die, wie das Mundwasser beim Menschen, die Keimflora im Maul verringern und den Plaque enzymatisch spalten. Diese sind in Form von Trinkwasserzusätzen, speziellen Kauprodukten oder speziellen Tier-Zahnpastas erhältlich. Ist der Zahnstein aber erst einmal da, hilft nur noch eines: die Zahnsteinentfernung in Narkose durch Ihren Tierarzt.

Was versteht man bei einer Katze unter Niereninsuffizienz?

Die Funktion der Niere ist die Ausscheidung von Giftstoffen aus dem Körper durch die Bildung von Harn, der über die Blase und Harnwege ausgeschieden wird. Außerdem wird in der Niere der Wasserhaushalt des Körpers reguliert und es werden wichtige Hormone produziert. Ist die Niere geschädigt, funktioniert der Stoffwechsel des Körpers nicht mehr.

Eine der häufigsten Erkrankungen und sogar Todesursachen bei Katzen ist das Nierenversagen, auch Niereninsuffizienz genannt. Sie tritt vermehrt bei älteren Katzen auf: Über 50 % der betroffenen Katzen sind sieben Jahre alt oder älter und 30 % aller über 9 Jahre alten Katzen zeigen bedenkliche Blutwerte. Die Auslöser einer chronischen Niereninsuffizienz sind vielfältig und im Einzelfall nur selten zu ermitteln. Hauptsymptome der chronischen Niereninsuffizienz bei Katzen sind Fressunlust, vermehrtes Trinken, vermehrter Urinabsatz, Abgeschlagenheit, Erbrechen und Gewichtsverlust. Treten diese Symptome zu Tage, ist die Nierenfunktion jedoch meist bereits stark eingeschränkt. Die Schädigung der Niere kann dann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Es kann lediglich durch eine spezielle Diät der weitere Fortschritt der Erkrankung eingeschränkt werden.

Welche Vorsorgemaßnahmen können Sie als Katzenhalter treffen? Wir empfehlen ein jährliches Blutbild im Rahmen der regulären Vorsorgeuntersuchung ab 8 Jahren. Wird im Blutbild eine Veränderung der Werte festgestellt, kann über Ihren Tierarzt eine besondere Diätkost bezogen werden, die den Verlauf der Nierenerkrankung verlangsamen soll und so die Lebensdauer und Lebensqualität für Ihre Katze verbessert.

Woran erkenne ich, dass mein Tier Schmerzen hat?

Tiere fühlen genauso Schmerzen wie wir Menschen. Sie können den Schmerz nur nicht so deutlich mitteilen, wie der Mensch mit seiner Sprache. Hunde und Katzen zeigen durch ihre Körpersprache, wie sie sich fühlen. So geben beispielsweise Humpeln oder eine Schonhaltung dem Tierhalter Aufschluss über eine schmerzhafte Erkrankung. Aber auch bestimmte Verhaltensweisen deuten auf Schmerzen hin.

Ein Hund kann bei Schmerzen folgendes Verhalten zeigen: Er sucht vermehrt die Nähe seines Besitzers; hechelt oder leckt sich vermehrt die Lippen; verändert Körperhaltung oder Gesichtsausdruck; jault oder jammert; wird unruhig, apathisch oder agressiv; zeigt verminderten Appetit und benagt oder leckt ggf. die schmerzende Stelle.

Eine Katze kann bei Schmerzen folgendes Verhalten zeigen: Sie zeigt geringen Appetit; zieht sich zurück oder versteckt sich; verhält sich extrem ruhig oder kauert; vernachlässigt die Fellpflege; knurrt, grollt, faucht oder scheindroht bei Berührung und benagt oder leckt ggf. die schmerzende Stelle.

Nehmen Sie sich regelmäßig Zeit, um Ihr Tier zu beobachten und streicheln, damit Sie Zeichen für Schmerzen erkennen können. Fällt Ihnen etwas auf, so zögern Sie nicht, das Tier beim Tierarzt vorzustellen. Er hat weitere Möglichkeiten der Schmerzdiagnostik und kann auch den Grund der Schmerzen untersuchen. So können oftmals Erkrankungen rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

Geben Sie Ihrem Tier auf keinen Fall Schmerzmittel aus der Hausapotheke, da Aspirin, Paracetamol oder Ibuprufen für die Schmerzbehandlung von Tieren nicht geeignet sind!

Kann ich meinem Tier Essensreste geben?

Gerade in der Weihnachtszeit bleiben gerne Reste vom Festmahl übrig, die den Tieren in den Napf gegeben oder direkt vom Tisch gefüttert werden. Bedenken Sie dabei bitte, dass nicht alles, was ihrem Tier lecker schmeckt, auch gut für es ist!

Für Hunde und Katzen sind einige Nahrungsmittel giftig, teilweise auch in kleinen Mengen lebensbedrohlich! Weintrauben und Rosinen erzeugen bei Hunden drastisch erhöhte Nierenwerte, die durchaus zum plötzlichen Tod führen können. Zwiebeln und Knoblauch enthalten Schwefelverbindungen, die die roten Blutkörperchen beim Tier zerstören und so eine Anämie (Blutarmut) erzeugen. Bereits eine mittelgroße Zwiebel kann ein kleines Tier ernsthaft schädigen- und zwar unabhängig davon, ob die Zwiebel roh, getrocknet oder gekocht ist. Bedenken Sie dies bitte, wenn Sie verleitet sind, dem Tier den Rest vom Sonntagsbraten zu gönnen. Avocados enthalten Persin, das für Hunde und Katzen hochgradig giftig ist.

Kakao und Schokolade werden sicher am häufigsten von Tierhaltern unterschätzt. Sie  enthalten Theobromin, das für Hunde und Katzen giftig ist und tödlich sein kann. Beispielsweise reichen bereits zwei Stückchen Zartbitterschokolade, um einen Chihuahua zu töten. Bei größeren Hunden entspricht dies 60g Milchschokolade oder 8g Blockschokolade.

Wenn Sie feststellen, dass Ihr Tier zweifelhafte Nahrungsmittel gefressen hat oder Nahrung nicht verträgt, rufen Sie bitte sofort Ihren Tierarzt an. Nennen Sie dabei bitte das Gewicht des Tieres und wann und in welcher Menge es was genau gefressen hat. Ihr Tierarzt wird Ihnen dann mitteilen, ob gehandelt werden sollte. Grundsätzlich fahren Sie am besten, wenn Sie Ihren Tier nur Tiernahrung zu fressen geben.

Wie erkenne ich bei meinem Hund eine Magendrehung?

Eine Magendrehung ist der Alptraum jedes Hundebesitzers. Bei der Magendrehung dreht sich der Magen des Hundes um die eigene Achse. Dabei werden die angrenzenden Blutgefäße sowie Darm und Speiseröhre abgeschnürt und unterbrochen. Das Abschnüren der Blutbahnen ist besonders schlimm für den Kreislauf des Hundes und führt schnell zu einem Kollaps. Durch die verschlossenen Magenöffnungen kommt es zum Aufgasen des Magens. Folge: Der Hund wirkt aufgebläht und bekommt einen harten Bauch.

Eine Magendrehung ist ein absoluter Notfall, ohne sofortige Operation führt sie innerhalb weniger Stunden zum Tod. Aber selbst nach einer erfolgreichen Operation ist noch nicht gewährleistet, dass der Hund überlebt. Operierte Tiere können noch in den ersten zwei Tagen nach der Operation an einer Blutvergiftung oder Herzversagen sterben. Je schneller die Magendrehung erkannt und operiert wird, desto besser sind die Überlebenschancen.

Die Symptome einer Magendrehung sind Unruhe, Speicheln, blasse Schleimhäute und starkes Hecheln. Die Versuche zu erbrechen bleiben meist ohne Erfolg, auch Wasser kann nicht mehr aufgenommen werden. Der Bauch bläht sich zunehmend auf und wird hart. Der Hund wird apathisch und zunehmend schwächer. Beobachtet ein Besitzer diese Symptome, sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden! Bei einer Magendrehung geht es oft um Minuten.

Grosse Hunde haben ab einen Alter von ca. 5 Jahren ein erhöhtes Risiko. Riesenrassen, wie die Deutsche Dogge, Leonberger oder Neufundländer schon ab einen Alter von 3 Jahren. Auch Hunde mit einem schmaleren, tieferen Brustkorb oder solche, die das Futter hastig herein schlingen, sind sehr gefährdet. Achten Sie nach jeder Mahlzeit auf 45 min. Ruhepause für Ihren Hund.

Was ist der Unterschied zwischen Katzenseuche und Katzenschnupfen?

Der Erreger der Katzenseuche ist ein Virus, das nicht nur durch direkten Kontakt mit einem kranken Tier übertragen wird, sondern auch indirekt über Trägertiere oder Gegenstände. Typisch ist das plötzliche Auftreten der ersten Symptome: Appetitlosigkeit, Teilnahmslosigkeit und allgemeine Unlust. Zu diesem Zeitpunkt haben die Katzen bereits sehr hohes Fieber (über 40°C). Kurz darauf erbrechen die Tiere massiv, zunächst Reste der letzten Mahlzeit, bald nur noch Schleim und Galle. Überleben sie dieses Stadium, so kann sich ein schwerer, beinahe unstillbarer Durchfall einstellen, der Blut und Schleimhautfetzen enthalten kann. Erbrechen und Durchfall führen zu einer sehr raschen Austrocknung, einem deutlich sichtbaren Verfall und letztlich zum Tode. Die Behandlung der Katzenseuche ist aufwändig und nicht immer erfolgreich.

Der Katzenschupfen wird hauptsächlich durch zwei Viren verursacht: das Rhinotracheitis- und das Calicivirus. Die Katze steckt sich entweder an einer kranken Katze an oder an einem Trägertier. Der Katzenschnupfen beginnt in der Regel mit Niesen, gefolgt von einem zunächst klaren Nasen- und, der schnell schleimig und eitrig wird. Hinzu kommen Fieber, Niedergeschlagenheit und Appetitlosigkeit. Die Nasenlöcher verkleben, die kranke Katze atmet durch den Mund. Es kommt zur Entzündung der Luftröhre, der Bronchien und sogar der Lunge. Husten ist die Folge. In manchen Fällen treten schmerzhafte Geschwüre in der Maulhöhle auf. Nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, führt der Katzenschnupfen oftmals zum Tode.

Meist wird gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen kombiniert geimpft. Kätzchen sollten ab der 8. Woche erstmals und 3 bis 4 Wochen später das zweite Mal geimpft werden. Nach dieser Grundimmunisierung ist jährlich nur noch eine einzige Impfung erforderlich.

Ist die regelmäßige Entwurmung meines Tieres wirklich so wichtig?

Würmer sind die wichtigsten Parasiten, die im Körper von Säugetieren vorkommen (so genannte Endoparasiten). Ein Wurmbefall von Hund und Katze sollte immer ernst genommen werden, zumal er teilweise auch für den Menschen gefährlich werden kann. Im Gegensatz zu Ektoparasiten wie Zecken, Mücken oder Flöhen übertragen Würmer jedoch keine weiteren Infektionserreger. Sie selber sind die Eindringlinge und gelangen, je nach Art, über die unterschiedlichsten Wege in den Organismus von Säugetieren. Dazu zählt auch die Übertragung durch Blutsauger wie Flöhe und Moskitos.

Die Gruppe der parasitären Würmer wird im Wesentlichen durch zwei verschiedene Stämme gebildet: Fadenwürmer (Nematodes), auch Rundwürmer genannt, und Plattwürmer (Plathelminthes).

Ein Wurmbefall kann bei Verdacht durch eine Kotprobe beim Tierarzt nachgewiesen werden. Im Fortgeschrittenen Stadium kann man die ausgewachsenen Würmer auch im Kot  oder Auswurf des Tieres gut sichtbar erkennen.

Zur Behandlung von Wurmbefall werden bei der Katze „Spot-On Präparate“ oder wie auch beim Hund Tabletten eingesetzt. Eine einmalige Gabe des Medikaments auf die Haut am Nacken des Tieres gewährleistet innerhalb kürzester Zeit die Abtötung aller Würmer im Körper des Tieres. Die Behandlung des Wurmbefalls bieten keinen Schutz für zukünftige weitere Wurmbefälle. Eine Prophylaxe gegen den erneuten Befall ist nicht bekannt. Daher ist es wichtig, Hunde und Katzen regelmäßig zu entwurmen um eventuell unbemerkte Befälle zu behandeln.

Was tun bei einem Autounfall?

Es passiert es immer wieder, dass Hunde und Katzen von einem Auto angefahren werden. Im Schock wissen Fahrer und Halter oft nicht was Sie tun sollen. Wir geben Ihnen Hinweise für Maßnahmen, die unter Umständen Leben retten können. Achten Sie dabei in jedem Fall auf Ihre eigene Sicherheit und riskieren Sie keinen weiteren Unfall, indem Sie den Unfallort verkehrsgerecht sichern, bevor Sie sich um das verletzte Tier kümmern.

Sowohl Katzen als auch Hunde stehen nach einem Unfall unter starkem Schock. Es kann sein, dass das Tier, besonders auch unter Schmerzen, schreckhaft ist und aggressiv reagiert. Selbst der vertraute Tierhalter kann dann von seinem Tier angegriffen und gebissen werden. Im Zweifelsfall hilft eine Mullbinde aus dem Erste-Hilfe-Kasten, um eine Maulschlinge zu binden, die am Hinterkopf fixiert wird.

Sorgen Sie dafür, dass über Mobiltelefon schnellstmöglich der nächste Tierarzt oder die nächste Tierklinik ausfindig gemacht werden und rufen Sie dort an, um das Tier anzukündigen und das Vorgehen abzusprechen. Nehmen Sie eine Decke oder ein Handtuch, um das Tier zu sichern und zu transportieren.

Offene Wunden sind häufig verschmutzt und sollten nach Möglichkeit ausgiebig gereinigt werden und verbunden werden, um weitere Verschmutzungen und Austrocknung zu vermeiden. Bei starken Blutungen sollte ein Druckverband angelegt werden.

Das Tier sollte unmittelbar nach einem Unfall in jedem Falle dem Tierarzt vorgestellt werden, da Innere Verletzungen vor Ort nicht ausgeschlossen werden können. Außerdem kann sich ein Schockgeschehen auch nach einem Unfall weiter verschlimmern und ein Organversagen zur Folge haben, das tödlich enden kann.

Wie kann ich meinem Tier die Sommerhitze erträglich machen?

Hunde und Katzen haben keine Schweißdrüsen in der Haut und können daher nicht „schwitzen“ wie wir Menschen das tun. Unter der sommerlichen Hitze leiden die Tiere allerdings ebenso, wie wir. Einzig über das Hecheln mit offenem Mund und ausgestreckter Zunge können die Tiere ihre Körpertemperatur regulieren. Daher ist es besonders wichtig,  unseren Tieren die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sie möglichst gut mit der Sommerhitze umgehen können.

Geben Sie den Tieren in der warmen Jahreszeit viele Möglichkeiten, Wasser zu sich zu nehmen. Denken Sie auch bei Ausflügen und Wanderungen mit dem Hund an Trinkgelegenheiten! Geben Sie den Tieren möglichst oft die Möglichkeit, sich im Schatten zurückzuziehen und vermeiden Sie viel Bewegung in den Mittagsstunden. Vermeiden Sie Tätigkeiten bei denen der Hund nicht sein eigenes Tempo wählen kann, wie z.B. Fahrradfahren.

Lassen Sie Ihren Hund auf keinen Fall im Sommer im Auto zurück! Bereits nach nur 30 Minuten kann das Auto schon so stark aufgeheizt sein, dass der Hund kollabieren kann. Folge können dauerhafte Schäden oder sogar der Tod des Tieres sein!

Die meisten Hunde freuen sich im Sommer über ein kühles Bad im Wasser oder eine Dusche unter dem Gartenschlauch. Hunde mit sehr langem dichten Fell kann man zudem im Sommer scheren, damit sich die Luftzirkulation verbessert. Auch das verbessert die Wärmeableitung.

Sollte der Hund dennoch überhitzt sein (starkes Hecheln, Temperatur über 39,7°C oder dunkelrotes Zahnfleisch und Zunge) dann sollten Sie dringend einen Tierarzt aufsuchen, um den Kreislauf zu stabilisieren und die Temperatur zu senken.

Was muss ich beachten, wenn ich mein Tier mit auf Reisen nehme?

Mancher Tierfreund nimmt seinen Vierbeiner mit auf Reisen. Die folgenden Hinweise helfen Ihnen bei der Vorbereitung.

Machen Sie sich mit den jeweiligen Einreisebestimmungen für Ihr Urlaubsziel und Ihrer Reiseroute vertraut, um keine bösen Überraschungen zu erleben. Der blaue EU-Heimtierausweis ist bei Reisen in EU-Länder für Hunde, Katzen und Frettchen vorgeschrieben. Der Ausweis wird von dazu ermächtigten Tierärzten ausgestellt. Eine gültige Tollwut-Impfung und Kennzeichnung mittels elektronischem Transponder (Chip) der Tiere sind Vorraussetzung für alle Reisen, auch innerhalb der EU.

Prüfen Sie den Impfstatus Ihres Tieres auf Vollständigkeit. In verschiedenen Mittelmeerländern und auch bei Fernreisen besteht die Gefahr einer Ansteckung der Hunde mit Leishmaniose, Babesiose (Hundemalaria), Ehrlichiose oder ein Herzwurmbefall. Unterschätzen Sie diese Erkrankungen nicht, die teils nur schwer behandelbar und stark ansteckend sind und auch zum Tod des Tieres führen können. Lassen Sie sich bei Ihrem Tierarzt für Ihr Urlaubsziel über erhältliche Prophylaxemittel und Vorsichtsmassnahmen aufklären. Sollte Ihr Tier im Laufe des Urlaubs oder nach der Heimkehr unbekanntes Verhalten, Fieber oder Erschöpfung zeigen, stellen Sie das Tier bitte möglichst schnell einem Tierarzt vor.

In die Reiseapotheke Ihres Vierbeiners gehören Medikamente gegen Reiseübelkeit/Erbrechen und Durchfall sowie Verbandsmaterial im Falle einer Verletzung. Achten Sie darauf, dass das Tier in der Sommerhitze genügend Rückzugsmöglichkeiten im Schatten hat und reichlich trinkt.

Wir wünschen Ihnen eine erholsame Reise und kommen Sie gesund wieder heim! 

Was sagen uns Blutbild und Organwerte?

Welchen Mehrwert haben eigentlich Blutbild oder Organwerte und was können wir daraus ablesen? Durch diese Untersuchungen können Erkrankungen erkannt werden, die noch nicht sichtbar sind, sich jedoch bereits in den Blut- und Organwerten niederschlagen.

Das Blutbild zeigt dem Tierarzt den Status der Blutzellen im Körper. Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) transportieren den Sauerstoff durch den Körper. Eine abweichende Anzahl an roten Blutkörperchen oder Veränderung des Verhältnisses Blutzellen zur Flüssigkeit (Hämatokrit) spricht für eine Austrocknung oder Blutarmut mit Folge einer Sauerstoffunterversorgung. Die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) sind für die Immunabwehr verantwortlich. Eine abweichende Anzahl an weißen Blutkörperchen spricht für eine Entzündung im Körper, durch Bakterien oder Viren ausgelöst. Die Blutplättchen (Thrombozyten) ermöglichen die Blutgerinnung und Blutstillung. Eine abweichende Anzahl an Blutplättchen weist auf eine Austrocknung, Blutungsneigung oder Vergiftung hin.

Die Organwerte betrachten die Funktionsfähigkeit der Organsysteme und geben Aufschluss über den Stoffwechsel und Energiehaushalt. Über eine Blutprobe werden Leberwerte, Nierenwerte, Zuckergehalt (Glukose) und andere Organsysteme betrachtet. Leberschäden, Nierenversagen und Diabetes können über die Organswerte diagnostiziert werden. Weitere Aussagen, z.B. ob ein Krankheitsbild akut oder chronisch ist, werden anschließend über weiterführende Untersuchungen (Urinprobe, Kotuntersuchung, Ultraschall, etc.) getroffen.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen mit Blut- und Organwerten können Erkrankungen frühzeitig erkennen lassen und dadurch deren Ausbruch oder Fortschritt verlangsamen oder komplett vermeiden.

Was tun, wenn mein Tier rote Augen hat?

Wenn der Laie von „roten Augen“ spricht, meint er zumeist eine Bindehautentzündung. Die Bindehäute kleiden die Innenseite der Augenlider aus und überziehen auch die Sklera (das Weiße des Augapfels). Im Normalzustand sind die Bindehäute rosafarben. Bei einer Entzündung der Bindehäute sind diese gerötet und häufig auch angeschwollen.

Zu den wichtigsten Ursachen für Bindehautentzündung beim Hund zählen zum einen Lidfehlstellungen, wie zum Beispiel das Hängelied, auch „Ektropium“ genannt. Durch  diese Fehlstellung ist das Lid nur unzureichend in der Lage die Hornhaut bei jedem Lidschluss mit Tränenflüssigkeit zu versorgen. Außerdem kann durch diese Lidstellung die Tränenflüssigkeit leichter verdunsten. Andere Lidfehlstellungen führen dazu, dass Haare an der Hornhaut reiben, welches zu einer Reizung der Hornhaut und auch der Bindehaut führt. Eine weitere wichtige Ursache für Bindhautrötungen beim Hund sind zu trockene Augen. Das heißt, es ist zu wenig Tränenflüssigkeit vorhanden.

Bei Katzen werden Bindehautentzündungen häufig durch Erreger ausgelöst, vor allem durch Katzen-Herpesviren, oder Chlamydien. Chlamydien sind übrigens auch auf den Menschen übertragbar und können dort auch Bindehautentzündungen hervorrufen.

Weitere häufige Ursachen bei Hund und Katze für Bindehautentzündung sind Zugluft, Allergien, Staub oder ein Fremdkörper wie zum Beispiel ein Pflanzenteil. Allerdings können auch andere, schwerwiegendere Krankheiten wie zum Beispiel eine Entzündung des Augeninneren, eine Hornhautverletzung oder eine Erhöhung des Augeninnendruckes (auch „grüner Star“ genannt), zu einer Rötung der Bindehäute und des Augapfels führen. Deswegen empfiehlt es sich, eine Rötung der Bindehäute vom Tierarzt abklären zu lassen.

Welche Argumente sprechen für oder gegen eine Kastration?

Was spricht für die Kastration beim Hund? Was spricht dagegen? In erster Linie verliert der Hund seine Zeugungsfähigkeit, und zwar unwiderruflich. Wenn dies jedoch nicht das Hauptanliegen ist, gibt es noch weitere Folgen und Wirkungen der Kastration.

Bei der Hündin

Etwa jede vierte erwachsene Hündin erkrankt an einem Krebs an den Milchdrüsen (Mammatumor). Durch eine Kastration der Hündin vor ihrer zweiten Läufigkeit kann das Risiko dieser Erkrankung nachweislich stark reduziert werden. Durch die Kastration werden die Reproduktionsorgane entfernt, so dass die Läufigkeit mit Blutausfluss und entsprechenden Verhaltensschwierigkeiten, z.B. Scheinträchtigkeiten, zeitlebens entfallen. Auch die Gefahr von späteren Erkrankungen der Gebärmutter ist ausgeräumt. Folge einer Kastration kann Inkontinenz, also ungewolltes Harnträufeln sein. Dies ist mit Hilfe von Medikamenten recht gut behandelbar. Auch können Fellveränderungen, wie das stärkere Wachstum des Wollfells eine Folge der Kastration sein.

Beim Rüden

Die Kastration beim Rüden verändert den Hormonhaushalt und somit geschlechtsgebundene Verhaltensweisen, wie aggressives Verhalten gegenüber anderen Rüden, häufiges Markieren, Ausfluss an der Vorhaut und Imponiergehabe. Je früher die Kastration stattfindet, desto effektiver verhindert sie dieses Verhalten. Beim Rüden kann eine frühzeitige Kastration ein langsameres und längeres Skelettwachstum zur Folge haben. In seltenen Fällen kann sich auch das Fell verändern.

Generell verändert eine Kastration den Stoffwechsel des Hundes, so dass dieser mehr Appetit hat und an Gewicht zunimmt. Wichtig ist, dass ein entsprechend energiereduziertes Futter in begrenzter Menge gegeben wird und der Hund genügend Bewegung erhält.

Was ist die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT)?

Sind manche Tierärzte teurer als andere? Was darf ein Tierarzt überhaupt abrechnen? Kaum ein Tierbesitzer weiß, dass die Preise beim Tierarzt einheitlich geregelt sind. Denn in Deutschland sind alle Tierarztpraxen und Tierkliniken gesetzlich verpflichtet, nach der „Gebührenordnung für Tierärzte“ (GOT) abzurechnen. Die GOT ist eine Verordnung der Bundesregierung und dient einerseits dem Schutz der Tierhalter vor überteuerten Abrechnungen, andererseits soll verhindert werden, dass durch einen aggressiven Preiswettbewerb die Qualität der Behandlung gefährdet wird.

In der GOT sind für alle tierärztlichen Leistungen Gebühren festgeschrieben. Die genaue Gebührenhöhe bewegt sich (§ 2) „unter Berücksichtigung der besonderen Umstände des einzelnen Falles“, „insbesondere der Schwierigkeit der Leistungen, des Zeitaufwandes, des Wertes des Tieres sowie der örtlichen Verhältnisse“ zwischen dem einfachen Abrechnungssatz bis maximal hin zum dreifachen Abrechnungssatz. Zusätzlich stehen dem Tierarzt Entschädigungen (z. B. Wegegeld), Barauslagen (z. B. Porto) sowie Entgelte für die Medikamente (nach Arzneimittelpreisverordnung) und Verbrauchsmaterialien zu.

Maßgeblich für den Rechnungsbetrag ist also die in Anspruch genommene Leistung. Das Leistungsspektrum eines Tierarztes definiert sich wiederum über seine Ausbildung, regelmäßige Fortbildungen, seine technische Ausstattung, die Räumlichkeiten und die Anzahl und Qualifikation seiner Mitarbeiter. Diese kostspieligen Faktoren ermöglichen dem Tierarzt die bestmögliche Diagnostik und Behandlung und müssen durch die Vergütung gedeckt werden.

Für manche Leistungen gibt es verschiedene Alternativen: Fragen Sie Ihren Tierarzt, ob es für die Behandlung Ihres Tieres Alternativen gibt, die wahlweise Ihren Geldbeutel schonen oder Ihrem Vierbeiner etwas besonders Gutes tun können.

Was sind die Vorteile einer endoskopischen Kastration?

Jeder Besitzer einer Hündin wird sich im Laufe der Zeit Gedanken um die Kastration seines Tieres machen. Die häufigsten Gründe für die Kastration der Hündin sind die Verhinderung ungewollter Trächtigkeiten. Aber auch die Vermeidung eines Gesäugetumors („Mamatumor“) ist oft Grund der Kastration. Denn eine Kastration vor der ersten oder zweiten Läufigkeit verringert das Krebsrisiko am Gesäuge auf ein Minimum.

Bei der Kastration werden die Eierstöcke der Hündin entnommen. Alternativ zur herkömmlichen operativen Kastration kann man heute auch die endoskopische Kastration wählen. Bei dieser Schlüsselloch- Chirurgie wird ein Endoskop über kleine Schnitte in die Bauchhöhle eingeführt. Die Operation erfolgt unter Kamerakontrolle mit Spezialinstrumenten und hinterlässt lediglich 5 bis 10 mm große Operationswunden.

Die endoskopische Kastration ist teuerer als die konservative Methode. Die erhöhten Kosten kommen durch eine längere Vorbereitungs-/ und Nachbereitungs-Zeit der OP und den wesentlich größeren instrumentellen Aufwand zustande.

Die Vorteile der endoskopischen Kastration sind ein geringes Komplikationsrisiko durch die extrem kleinen Operationswunden. Es müssen nur wenige Fäden gezogen werden und Wundheilungsstörungen treten seltener auf, unter anderem auch weil die Hündin die Wunden kaum merkt und deshalb in der Regel nicht daran leckt. Wissenschaftliche Studien bestätigen, dass die endoskopisch operierten Hunde so gut wie keine Schmerzmittel benötigen und viel schneller zur vollen körperlichen Aktivität zurückkehren. Wer diese Vorteile überzeugend findet, wird die endoskopischen Kastration der herkömmlichen Methode vorziehen.

Was tun wenn man einen Jungvogel findet?

Im Frühjahr velassen die Jungvögel das sichere Nest. Tierschützer appellieren an alle Naturfreunde, einsam und hilflos wirkende Jungvögel nicht gleich aufzunehmen, sondern sie an Ort und Stelle zu belassen. Denn nur selten handele es sich bei gefundenen Jungvögeln am Boden um verlassene, verletzte oder geschwächte Tiere, die Hilfe benötigten.

Häufig trügt der Schein: Denn die Jungen vieler Vogelarten verlassen ihr Nest bereits, bevor ihr Gefieder vollständig ausgebildet ist. Auch außerhalb des Nests werden diese Jungvögel von seinen Eltern verpflegt. Damit sie nicht verloren gehen, lassen sie fast unablässig sogenannte Standortlaute hören.

Je weniger Kontakt Sie mit dem Vogel aufnehmen, desto besser. Neueste Studien gehen sogar einen Schritt weiter: Man hat herausgefunden, dass die Fähigkeit des Gefieders UV-Strahlen zu reflektieren, wichtige Botschaften zwischen den Vögeln übermittelt. Fasst man einen Jungvogel an, so verändert man dadurch das Reflektionsvermögen des Gefieders und der Vogel wird womöglich nicht mehr erkannt oder akzeptiert.

Wer einen Jungvogel dennoch aufnimmt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass es nur selten gelingt, ´wilde´ Tiere aufzuziehen und auf die Rückkehr in die Natur vorzubereiten. Die Aufzucht ist extrem schwer und anstrengend, da rund um die Uhr alle zwei Stunden gefüttert werden muss. Auch ist es schwierig, das natürliche Futter der Vögel künstlich zu ersetzen.

Die Ausnahme: Sollten Sie geschützte Greifvögel oder Eulen in hilfloser Situation finden, so besteht natürlich ein Interesse der Tierorganisationen, diese Vögel durchzubringen. Erkundigen Sie sich dann am besten telefonisch nach einer Tierstation, bevor Sie das Tier aufnehmen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Tierarztpraxis und einer Tierklinik?

Die Bayerische Landestierärztekammer sagt: „Eine Tierärztliche Klinik ist eine Praxis, die unter der Leitung eines niedergelassenen Tierarztes steht und die zusätzlich der stationären Untersuchung, Behandlung und Unterbringung von Tieren dient. Sie erweitert die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten der tierärztlichen Praxis.“

Die Bezeichnung "Tierärztliche Klinik" darf nur mit Genehmigung der Tierärztekammer geführt werden sofern Personal, Räumlichkeiten und Ausstattung die durch die Kammer aufgestellten Mindestanforderungen erfüllen. Im Gegensatz zur einer Tierarztpraxis muss eine Tierklinik beispielsweise eine ganzjährige Tag- und Nacht-Notbereitschaft gewährleisten. Außerdem müssen mindestens drei Tierärzte beschäftigt sein. Die Klinikräume müssen einer bestimmten Größe entsprechen und eine bestimmte Ausstattung enthalten, wie Röntgen, Ultraschall, EKG, Endoskop, Labor, Beatmung und mehr. Entsprechend ist die Tierklinik ausgestattet, um eine weitreichende Diagnostik und Behandlung vor Ort bieten zu können.

Es kann vorkommen, dass ein niedergelassener Tierarzt über diese Ausstattung nicht verfügt und deshalb seine Patienten zur Diagnostik mit oder ohne anschließende Behandlung an eine Tierklinik überweist. Aber auch die Tierklinik deckt natürlich alle Leistungen der Basisversorgung ab und verfügt demnach über einen eigenen Kundenstamm. Abgerechnet wird in allen Fällen über die „Gebührenordnung für Tierärzte“ (GOT), die die Vergütung für Tierarztleistungen einheitlich und bindend für alle Tierärzte festlegt. Als Patientenbesitzer haben Sie also die freie Wahl, Ihr Tier in einer Tierarztpraxis oder in einer Tierklinik Ihres Vertrauens behandeln zu lassen- die Tierklinik leistet alles, was eine Praxis auch leistet, und noch mehr.

Was tun bei Insektenstich oder Schlangenbiss?

Ein neugieriger Hund fängt sich im Sommer gelegentlich einen Insektenstich oder Schlangenbiss ein. Hier lesen Sie, was dabei zu beachten ist.

Was tun bei Insektenstichen?

Ein gewöhnlicher Insektenstich ist meist nicht gefährlich, sondern nur unangenehm, weil er den Hund juckt. Mit örtlicher Kühlung oder handelsüblichen Salben zur Juckreizlinderung können Sie Ihrem Hund Abhilfe verschaffen. Kritisch kann es werden, wenn der Stich im Bereich der Augen oder im Maul, am Kehlkopf oder Hals sitzt und durch die Schwellung die Atmung beeinträchtigt. Auch ein allergischer Schock kann durch einen Insektenstich auftreten, wenn der Hund auf den Stich mit Kreislaufschwäche, Erbrechen, Durchfall, Schwindel oder einer sehr starken Schwellung reagiert. In diesen Fällen suchen Sie bitte Ihren Tierarzt auf, so dass dem Tier eine Infusionsbehandlung und gegebenenfalls Medikamente gegen den allergischen Schock verabreicht werden können.

Wenn die Schlange schnappt?

Bisse von ungiftigen Schlangen sind in der Regel harmlos und verheilen von selbst. Giftige Schlangebisse (im Allgäu durch die Kreuzotter) können Sie innerhalb von 10-15 Minuten nach dem Biss gut erkennen: Die Bissstelle an Schnauze, Hals oder Augen schwillt stark an und der Hund zeigt deutliche Kreislaufprobleme (Erbrechen, Durchfall, Schwindel). Stellen Sie den Hund dann bitte Ihrem Tierarzt vor. In besonders gravierenden Fällen sollte zügig ein Antiserum verabreicht werden. Ansonsten benötigt der Hund ein Infusionstherapie und die Gabe von Medikamenten gegen den allergischen Schock. In den Tagen nach dem Schlangenbiss kann man beobachten, dass die Schwellung, die durch eine Wasseransammlung unter der Haut entstanden ist, sich verlagern wird und von der Schnauze zum Hals und der Brust wandern wird. Dies zeigt den gesunden und unbedenklichen Heilungsverlauf an.

Wie verläuft die Narkose bei den Tieren?

Eine Narkose ist ein durch Medikamente ausgelöster Zustand des tiefen Schlafs, der eine schmerzfreie Untersuchung und Behandlung ermöglicht. Der Tierarzt wählt je nach Operation zwischen verschiedenen Narkosemethoden aus. Kleinere und schnellere Eingriffe kann der Tierarzt unter Injektionsnarkose durchführen. Hierbei erhält das Tier die Narkosemittel mit einer Spritze über das Blut und schläft dann ein. Die Injektionsnarkose kann durch Spritzen eines Gegenmittels aufgehoben werden.

Längere Operationen bedürfen einer Inhalationsnarkose. Durch das ständige Zuführen des Narkosegases kann das Tier so in einem operationsfähigen Zustand gehalten werden. Der Tierarzt spritzt dem Tier anfangs Medikamente in die Vene, damit das Tier schläft und er einen weichen Schlauch (Tubus) in die Luftröhre einbringen kann. Durch den Tubus erhält das Tier Inhalationsgas und bleibt in Narkose. Die Inhalationsnarkose ist die sicherste und schonendste Narkoseart, da sich die Dosierung des Narkosemittels jederzeit anpassen lässt. Nach Reduktion des Narkosegases wachen die Tiere zügig auf und sind danach auch schnell wieder auf den Beinen.

Eine Narkose birgt allerdings auch immer ein gewisses Narkoserisiko. Dieses wird durch die vorherige körperliche Untersuchung und Blutuntersuchung reduziert, da hierbei Krankheiten aufgedeckt werden können, die bei der Narkose entsprechend berücksichtigt werden. Außerdem verringert sich das Narkoserisiko erheblich, wenn während der Narkose die Vitalparameter, wie Herzfrequenz, EKG, Sauerstoffsättigung im Blut und Temperatur stetig kontrolliert werden. Grundsätzlich birgt die Inhalationsnarkose ein geringeres Narkoserisiko, da sie im Verlauf besser gesteuert werden kann. 

Wie verläuft das Einschläfern eines Tieres?

Unser oberstes Ziel ist es immer, ein krankes Tier zu heilen oder zumindest die Lebensqualität auch während einer Erkrankung zu erhalten. Manchmal können diese Ziele jedoch nicht mehr erreicht werden und man muss sich mit der Frage auseinandersetzen, sein geliebtes Tier gehen zu lassen, einschläfern zu lassen.

Bedenken Sie bei Ihren Überlegungen, dass unsere Tiere sich nicht mitteilen können. Dauerhafte Einschränkungen wie Schmerzen, Kreislaufstörungen, Atemnot oder ähnliches nehmen die Tiere instinktiv meist hin, ohne sich etwas anmerken zu lassen. Fragen Sie Ihren Tierarzt, welche Einschränkungen Ihr Tier mit seiner Erkrankung hinnehmen muss und beziehen Sie diese Information in Ihren Überlegungen mit ein.

Die Euthanasie (Einschläferung) selbst ist für das Tier in jedem Fall vollkommen schmerzfrei. Um dies zu gewährleisten wird dem Tier zunächst ein Narkosemittel verabreicht, so dass es das Bewusstsein verliert. Erst dann wird ein Mittel verabreicht, das die Herzfunktion beendet. Dies geschieht innerhalb weniger Sekunden und ist für das Tier nicht spürbar, weil es bereits in einen Tiefschlaf versetzt wurde.

Sie erhalten die Möglichkeit, sich in aller Ruhe von Ihrem geliebten Tier zu verabschieden. Den Körper können Sie gerne mit nach Hause nehmen, wenn sie ihn im eigenen Garten beisetzen möchten. Ansonsten kann er auch nach Wunsch eingeäschert werden. Es besteht zur heutigen Zeit ein sehr würdevoller Umgang mit verstorbenen Haustieren.

Wie verläuft eine Blutspende?

Wussten Sie, dass auch bei Tieren eine Blutspende Leben retten kann? Werden Hund oder Katze in einen Unfall verwickelt oder werden bei ihnen rote Blutkörperchen infolge einer Erkrankung zerstört, brauchen auch Haustiere schnellstmöglich eine Bluttransfusion. Tierärzte sind hierbei auf Blutspenden von anderen Haustieren angewiesen.

Dafür müssen einige Bedingungen erfüllt sein: Spenderhunde sollten beispielsweise nicht älter als 8 Jahre alt sein, mindestens 20 Kilo auf die Waage bringen und sollten höchstens viermal im Jahr Blut spenden. Spenderkatzen sollten mindestens vier Kilo wiegen und dürfen hingegen nur zweimal im Jahr zur Blutspende. Gesund müssen natürlich alle Tiere sein. Die Rasse ist bei einer Transfusion nicht von Bedeutung. So kann ein Chihuahua in der Regel auch mit dem Blut eines Bernhardiners gerettet werden, oder eine Birma-Katze einer Siam-Katze Blut spenden. Meist müssen bei Hunden sogar nicht einmal die Blutgruppen übereinstimmen. Bei Katzen hingegen lassen sich die Blutgruppen nicht einfach mischen.

Vor der Blutabnahme wird das Tier einer Allgemeinuntersuchung unterzogen, zu der auch ein Blutbild gehört. Für die Blutabnahme wird zunächst etwas Fell abgeschoren, die Haut desinfiziert und anschließend Blut mit einer Kanüle abgenommen. Die Tiere benötigen dafür in der Regeln keine Beruhigungsmittel und nehmen die Blutentnahme ruhig und entspannt hin. Wenn Sie mit Ihrem Hund oder Ihrer Katze anderen Tieren helfen wollen, dann teilen Sie uns dies bitte mit. Für Ihre Spende erhalten Sie ein Dankeschön in Form einer unentgeltlichen Untersuchungen und einem Sack Futter.

Welche Hunderasse passt zu mir?

Mit der Hunderasse wird nicht nur eine spezielle Optik, sondern auch der Charakter und die Verhaltensweise des Hundes vererbt. Überlegen Sie deshalb vor der Anschaffung ihres Hundes, welche Eigenschaften dieser Hund haben sollte. Soll er wachsam sein oder nicht? Soll er eigenständig handeln oder kooperativ sein? Soll er einen Jagdtrieb haben, temperamentvoll sein oder eher ruhig?

Laufhunde lieben beispielsweise die Hetzjagd und sind daher oftmals schwer ohne Leine zu führen. Aportierhunde lieben es, Stöcke oder Bälle zu holen und schwimmen meist sehr gerne. Wer dies nicht mag, sollte sich lieber für eine andere Rasse entscheiden. Terrier sind meist sehr intelligent, aber auch gern eigenständig oder sogar eigenwillig. Hier ist eine konsequente Erziehung von großem Vorteil.

Insbesondere beim Zusammenleben mit Kindern ist der Charakter eines Hundes wichtig, um mögliche Unfälle zu vermeiden. Bestimmte Hunderassen gehören nicht in die Hände von unerfahrenen Hundebesitzern. Andere Rassen benötigen besonders viel Auslauf oder geistige Beschäftigung. Ohne Bewegung wird ein solcher Hund sich Wege für seinen Ausgleich suchen und womöglich dabei Gegenstände beschädigen oder durch lautes Gebell auf sich aufmerksam machen.

Viele Rassen vererben zudem spezielle Erkrankungen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit im Laufe des Hundelebens eine ärztliche Behandlung erfordern werden. Informieren Sie sich vor der Anschaffung Ihres Hundes bei Fachleuten, wie Tierärzten, ausgebildeten Hundetrainern oder im Internet.

Weshalb erhalten auch Tiere eine medizinische Zahnreinigung?

Wir Menschen putzen uns regelmäßig die Zähne und gehen zur Zahnreinigung zum Zahnarzt. Dass jedoch Hunde und Katzen ebenso an Zahnbelag, Zahnstein und Zahnfleischentzündung erkranken können, ist uns meist nicht bewusst.

Wie entsteht Zahnstein? Eine Vielzahl von Bakterien im Tiermaul verbinden sich mit Speichelbestandteilen, abgelösten Mundschleimhautzellen und Nahrungsresten und bilden eine feste, auf der Zahnoberfläche haftende Schicht, den sogenannten Zahnbelag („Plaque“). Im Laufe der Zeit verbindet sich dieser Zahnbelag mit verschiedenen, aus dem Speichel stammenden Mineralien (beim Hund meist Kalziumphosphat) und wird so zu Zahnstein.

Wird der Zahnstein nicht fachmännisch entfernt, führt er letztendlich über eine Zahnfleischentzündung („Gingivitis“) unweigerlich zu einer Entzündung und Zerstörung des Zahnhalteapparates („Parodontitis“), die in letzter Konsequenz den Verlust des Zahnes bedeutet. Wird eine Parodontitis nicht behandelt, so führt sie nachweislich zu organischen Erkrankungen, wie entzündlicher Veränderungen in Niere, Leber und Herzmuskel, sowie einer Schwächung des Immunsystems.

Erste Zahnsteinanheftungen sieht man bei Hund und Katze oft an den Eck- und Reißzähnen des Oberkiefers. Wenn Sie bei Ihrem Tier hier gelbliche oder bräunliche Verfärbungen sehen, dann vereinbaren Sie am besten einen Kontrolltermin bei Ihrem Tierarzt. Er kann dem Tier in einer kurzen Vollnarkose den Zahnbelag mittels Ultraschallreiniger entfernen und als Vorsorge die Zähne anschließend polieren. Wie oft eine solche Zahnreinigung nötig ist, hängt individuell von der Veranlagung und den Futtergewohnheiten des Tieres ab.

Wie kann ich meinem Tier über das Silvester-Feuerwerk hinweg helfen?

Wer freut sich nicht über eine rauschende Sivesternacht mit Knallern und Böllern? Während wir Menschen unseren Spaß haben, leiden unsere Hunde und Katzen oftmals sehr an dem Lärm, den ungewohnten Lichteffekten und dem verbrannten Geruch des Feuerwerks. Was können Sie tun, um Ihrem Vierbeiner die Silvesternacht so erträglich wie möglich zu gestalten? 

Geben Sie Ihrem Tier zum Jahreswechsel im Haus eine Rückzugsmöglichkeit. Katzenkörbe und Hundeboxen helfen dem Tier sich verkriechen zu können. Lassen Sie Freigängerkatzen ab mittags nicht mehr nach draußen und machen Sie mit Ihrem Hund an Sivester kurze Spaziergänge bis hin zum Abend. Lassen Sie die Rollläden herunter und schließen Gardinen und Vorhänge. Oftmals hilft es den Tieren zusätzlich, wenn Sie Radio oder Fernseher einschalten, um die Geräusche von draußen zu übersteuern. Achten Sie darauf, Ihr Tier nicht zu trösten, auf es einzureden oder es tröstend zu streicheln. Denn dieses Verhalten gibt dem Tier Bestätigung und dadurch verschlimmert sich seine Angst nur noch mehr.

Wenn Sie Ihrem Hund oder Ihrer Katze medikamentös unterstützen wollen, dann wenden Sie sich bitte frühzeitig an Ihren Tierarzt. Es gibt eine Reihe von verschiedenen Medikamenten, die sich beruhigend und angstlösend auf Ihr Tier auswirken, die jedoch einen Vorlauf von einigen Tagen bis zu einigen Wochen bis zur Entfaltung ihrer vollen Wirkung am Silvesterabend benötigen. Wir beraten Sie gern, um den Jahreswechsel für Ihr Tier gut verträglich zu machen.

Können auch Tiere an Herzerkrankungen leiden?

Hunde und Katzen leben heute deutlich länger als vor einigen Jahrzehnten. Allerdings häufen sich dadurch auch die altersbedingten Probleme - mitunter Herzerkrankungen. Bei Herzerkrankungen unterscheidet man zwischen angeborenen und erworbenen Erkrankungen; Herzmuskelerkrankungen, Herzklappen-, Herzbeutelerkrankungen sowie Herzrhythmusstörungen. Etwa jedes 10. Tier, das in der Praxis vorgestellt wird, leidet unter einer Herzerkrankung.

Leider schleichen sich viele Herzerkrankungen ohne merkliche Symptome ein. Die Erkrankung ist dann schon weit vorangeschritten, bis erkennbar ist, dass das Tier besonders schlapp ist, stark hechelt oder häufig hustet. Daher ist es besonders empfehlenswert, sein Tier mindestens einmal jährlich beim Tierarzt vorzustellen. Schon durch die allgemeine Untersuchung kann der Arzt beim Abhören meist Unregelmäßigkeiten oder Herzgeräusche erkennen und weitere Untersuchungen einleiten. Hierzu gehören ein Röntgenbild des Herzens, ein EKG sowie ein Herzultraschall- alles sehr aussagekräftige Untersuchungen, die weder Risiken noch Schmerzen für das Tier bedeuten.

Auch wenn Herzerkrankungen nicht geheilt werden können, so kann Ihr Tierarzt durch seine Behandlung die Lebensqualität und die Lebensdauer des Tieres in vielen Fällen erheblich steigern. Da die herzkranken Tiere durch die Medikamente teils um Jahre länger leben können als unbehandelt, kann man durchaus von lebensrettenden Maßnahmen sprechen. 

Was kann ich tun, wenn mein Hund Verhaltensauffälligkeiten zeigt?

Hyperaktives oder aggressives Verhalten bei Hunden kann mehrere Ursachen haben. Zu allererst ist ein Besuch beim Tierarzt zu empfehlen, um abzuklären, ob es eine körperliche („organische“) Ursache für das Verhalten gibt. Der Tierarzt macht eine Blutuntersuchung, um die Funktion von den Organen wie Schilddrüse, Leber und Niere zu prüfen. Funktionsstörungen dieser Organe können Auswirkungen auf das Verhalten des Tieres haben, so dass eine Behandlung einer solchen Funktionsstörung bereits der Schlüssel zum Problem sein kann. Außerdem wird der Tierarzt den Hund abtasten und dahingehend untersuchen, ob er Schmerzen hat, die ihn beeinträchtigen. Wenn ein Rüde noch nicht kastriert ist, kann ebenfalls ein hoher Testosteronspiegel für aufbrausendes Verhalten verantwortlich sein. Ihr Tierarzt berät Sie gerne, ob eine Kastration empfehlenswert ist und die Aussicht auf ein ausgeglichenes und verträgliches Verhalten mit sich bringt.

Wenn der Tierarzt keine organischen Ursachen für das Verhalten diagnostiziert, dann steht dem Gang in die Hundeschule nichts mehr im Wege. Bitten Sie den Hundetrainer um eine Anamnese, bei der die Verhaltensweise Ihres Hundes genau unter die Lupe genommen wird. Manchmal führt schon die „Aufklärung eines Missverständnisses“ zwischen Halter und Hund zur Beseitigung von unerwünschtem Verhalten. Auch ein Kurs vermittelt dem Hund nötige Fähigkeiten, um sich seinem Herrchen unterzuordnen. Achten Sie jedoch darauf, dass in einer modernen Hundeschule nicht mit Gewalt, sondern mit Raffinesse gearbeitet wird, um dem Hund die neuen Inhalte zu vermittelt. Hundeerziehung benötigt ein konsequentes Handeln und einen langen Atem, um sich bei Ihrem Hund zu festigen. Es ist eine Investition, die Hund und Halter eine lange und harmonische Partnerschaft ermöglicht.

Welche Qualifikation hat ein Fachtierarzt?

Um Tiermedizin in Deutschland studieren zu können, benötigt man das Abitur mit einem Schnitt von derzeit mindestens 1,3 und einen Studienplatz über die ZVS. Im Vorklinischen Studium lernt man über 4 Semester die Grundlagen in Biochemie, Chemie, Physik, Anatomie und Physiologie. Abschlussprüfung ist das „Physikum“. Im Klinischen Studium (5.-11. Semester) wird das Wissen theoretisch und praktisch in den medizinischen Fachbereichen vertieft. Zu den Prüfungsfächern gehören z.B. Innere Medizin, Chirurgie (operative Behandlung) und Tierernährung oder Pathologie (Lehre von Krankheiten). Aber auch Lebensmittelkunde, Ethologie (Verhaltensbiologie) oder Infektionsepidemiologie (Lehre von übertragbaren Krankheiten).

Nach dem Bestehen des 3. Staatsexamens erhält man seine Approbation und darf sich fortan „Praktische/r Tierarzt/Tierärztin“ nennen. Um den Titel „Dr. med. vet.“ tragen zu dürfen, schreibt man anschließend seine Doktorarbeit.

Der Fachtierarzt erfordert anschließend eine Zusatzausbildung, die eine 3-5 jährige Vollzeittätigkeit in einem zugelassenen Weiterbildungsbetrieb, diverse Tätigkeitsnachweise und eine Abschlussprüfung beinhaltet. Der Fachtierarzt-Titel bescheinigt eine vertiefte Kenntnis über ein spezielles Gebiet und erfordert Fachwissen auf dem neuesten Stand der Wissenschaft. Um diese fachliche Kompetenz auch zu erhalten, verpflichtet sich der Fachtierarzt zum nachweislich regelmäßigen Besuch von Fortbildungen.

Fachtierarzt kann man in über 40 verschiedenen Spezialgebieten werden, u.a. für Bienen, Mikrobiologie, Reproduktionsmedizin, Milchhygiene, Tropenveterinärmedizin, Versuchstiere, Zootiere, Molekulargenetik oder Lebensmitteltoxikologie.

Was ist eine Leishmaniose?

Leishmaniose ist eine äußerst ernst zu nehmende Infektionskrankheit, die vorwiegend bei Hunden, jedoch auch bei anderen Tieren und Menschen auftreten kann. Sie kommt verstärkt im europäischen Mittelmeerraum vor, wo eine sehr hohe Infektionsrate bei Hunden herrscht (Andalusien bis zu 42%, Sizilien bis zu 80%). Oft wird die Infektion aus dem Urlaub mit nach Hause gebracht. Entsprechend häufig sind auch Infektionen von aus Südeuropa vermittelten oder mitgebrachten Hunden.

Die Übertragung der Leishmaniose geschieht zunächst durch den Stich der infizierten Sandmücke. Ist der Hund einmal infiziert, so kann die Inkubationszeit bis zum Ausbruch der Symptome zwischen einem Monat und 7-8 Jahren stark variieren. Die Erkrankung greift alle Organsysteme des Hundes an und bewirkt daher vielfältige Symptome: Abmagerung, Durchfall, Erschöpfung, Haarverlust, Schuppenbildung, Hautgeschwüre, Verhornungen, aber auch Entzündungen der Organe, Knochen, Gelenke, Nerven und Muskeln. Die Erkrankung kann unbehandelt durchaus zum Tod des Hundes führen. Suchen Sie zügig Ihren Tierarzt auf, wenn Sie solche Symptome bei Ihrem Hund beobachten und weisen Sie ggf. auf eine Herkunft oder Reise aus Südeuropa hin. Die Diagnose der Infektion erfolgt in der Regel mittels Blutentnahme oder Gewebeprobe. Leider lässt sich die Erkrankung nicht heilen, jedoch kann dem Hund durch bestimmte Medikamente Lebensqualität ermöglicht und die Lebensdauer verlängert werden.

Als Prophylaxe erhalten Sie bei Ihrem Tierarzt ein Halsband oder Spot-On Präparate, die ihren Hund wirksam über 6 Monate hinweg vor dem Befall durch Sandmücken sowie anderen Mücken, Zecken, Flöhen und Würmern schützt.

Weshalb sollte man im Sommer den Kaninchenstall täglich reinigen?

Fliegen suchen in den Sommermonaten nach Orten, um ihre Eier abzulegen, aus denen dann Fliegenmaden schlüpfen. Sie finden diese Orte oftmals auf der Haut von Kaninchen, insbesondere im Analbereich. Legen die Fliegen ihre Eier ab, so entwickeln sich in nur 4 Stunden daraus Maden, die sich dann in die Haut der Kaninchen bohren, wo sie Giftstoffe produzieren, die beim Kaninchen einen Schockzustand hervorrufen. Folge sind nicht nur starke Schmerzen für das Kaninchen, sondern innerhalb kürzester Zeit auch Lebensgefahr.

Einen Fliegenmadenbefall erkennen Sie an Maden auf der Haut des Kaninchens oder offene Wunden in der Haut, durch die Maden bereits in den Körper eingedrungen sind. Dann suchen Sie bitte schnellstens Ihren Tierarzt auf! Ferner führt der Madenbefall zu Kratzanfällen, Appetitlosigkeit, Schwellungen, Haarverlust oder Apathie.

Die Behandlung richtet sich nach der Schwere der Erkrankung. Ist der Befall nur oberflächlich, werden die Maden entfernt und dem Tier ein Insektizid, Antibiotika und Schmerzmittel verabreicht. Sobald die Maden in den Körper eingedrungen sind, bleibt oftmals wenig Hoffnung auf eine Genesung und das Kaninchen muss eingeschläfert werden.

Wie können Sie als Tierbesitzer einen Madenbefall vorbeugen? Besonders wichtig sind hygienische Maßnahmen. Insbesondere in den warmen Monaten sollte die Kot-und Urinstelle im Käfig mindestens einmal täglich entfernt werden. Außerdem empfiehlt es sich, die Analregion des Kaninchens täglich nach Maden zu untersuchen und verschmierte Haare zu reinigen oder abzuschneiden. Wird der Madenbefall schnell erkannt und beim Tierarzt frühzeitig behandelt, kann Schlimmeres verhindert werden.

Weshalb erfordert eine Zahnreinigung immer eine Vollnarkose?

Vier von fünf Hunden und Katzen entwickeln im Lauf ihres Lebens Zahnerkrankungen, die zu entzündlicher Zerstörung des Zahnfleischs und schließlich zu Zahnverlust führen können. Die dabei involvierten Bakterien können sich über die Blutbahn im Körper verteilen und zu entzündlichen Veränderungen an den Herzklappen und zu Miniabzessen in Niere und Leber führen. Um dies vermeiden zu können, empfiehlt sich neben Maßnahmen zur Mundhygiene mindestens einmal jährlich eine Untersuchung des Zahnapparats und bei Bedarf eine Zahnreinigung. 

Zunehmend bieten Hundepflegesalons und Tierheilpraktiker eine „professionelle Zahnreinigung“ an, die oftmals mittels Ultraschall und ohne Narkose erfolgen soll. Dadurch sollen vermeintliche Nebenwirkungen und Belastungen für das Tier vermieden werden. Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V., die Deutsche Gesellschaft für Tierzahnheilkunde e.V. und der Bundesverband praktizierender Tierärzte e.V. warnen auch heuer wieder davor, solche Angebote anzunehmen. 

Warum? Weil eine medizinische Zahnreinigung fachmännisch nur unter Vollnarkose durchgeführt werden kann. Sie setzt eine Sicherung (Sperrung) des Mauls voraus und geht mit gelegentlichen Schmerzen und unangenehmen Geräuschen des Ultraschallgeräts einher. All diese Störfaktoren können Hunde oder Katzen im Gegensatz zu Menschen nicht einschätzen. Folge können gravierende Verhaltensstörungen sein. Die Experten warnen: „Laienhafte Zahnkosmetik ohne Narkose mit unzureichender Diagnostik und Therapie gefährdet das Wohlbefinden und die Gesundheit der Tiere, ist deshalb tierschutzwidrig und somit zu untersagen.“

Wie läuft die tierärztliche Notbereitschaft ab?

Wenn Ihrem Tier am Abend, in der Nacht oder am Wochenende etwas fehlt, können Sie sich an eine Tierklinik wenden. Tierkliniken sind verpflichtet, zu jeder Zeit einen tierärztlichen Notdienst für lebensbedrohliche Notfälle anzubieten, während Tierarztpraxen dies oft freiwillig anbieten. Für Smartphones gibt es inzwischen APPs (z.B. Vetfinder), die diensthabende Tierärzte aufzeigen können.

Ein lebensbedrohlicher Notfall kann durch einen Unfall, schweren Sturz oder eine Verletzung, aber auch eine andere Erkrankung, die mit starken Blutungen einhergeht, entstehen. Auch Atemnot, Krämpfe oder Kreislaufschwäche sowie ein krankhafter Zustand, der sich innerhalb kurzer Zeit stark verschlechtert, sollten Sie auf jeden Fall im Notdienst vorstellen. Im Zweifelsfall können Sie telefonisch mit dem diensthabenden Notarzt abklären, ob ein Notfall besteht oder nicht. Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass die Vorstellung harmloser Fälle auf die reguläre Sprechstunde verlegt werden sollte, um den Notarzt für schwere Notfälle bereit halten zu können. 

Der tierärztliche Notdienst ist ein Bereitschaftsdienst, d.h. der Notarzt wird in der Regel nicht in der Praxis sein, sondern das Notdienst-Handy mit nach Hause nehmen und erst im unmittelbaren Notfall in die Praxis fahren. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Sie sich immer möglichst frühzeitig telefonisch anmelden und erst danach zur Praxis fahren. Die Untersuchung findet immer in den Praxisräumen statt, weil sich nur dort Laboruntersuchungen, Röntgenbilder, Ultraschall u.ä. zur Diagnostik durchführen lassen. Im Notdienst können laut Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) bis zu 100% Aufschlag auf alle Leistungen berechnet werden. Lassen Sie sich im Zweifelsfall telefonisch vorab die von Ihrem Tierarzt verlangten Notdienstgebühren nennen.

Weshalb sollte ich meinen Hund jährlich impfen lassen?

Kaum ein Hundebesitzer weiß, warum er seinen Hund jährlich impfen lassen sollte. Tatsächlich ist aber die Aufrechterhaltung des Impfschutzes für den Hund und seinen Halter von großer Bedeutung. 

Tollwut ist in Deutschland zwar offiziell ausgestorben. Leider besteht trotzdem ein Risiko durch die Öffnung der Grenzen und durch (wieder)eingeführte Tiere aus befallenem Ausland. Tollwut ist eine schwerwiegende Erkrankung, bei Tollwutverdacht muss ein Hund per Gesetz sofort getötet werden.

Wie die Tollwut ist auch Leptospirose eine Zoonose, eine Erkrankung die auf den Menschen übertragbar ist und für diesen gefährliche Folgen haben kann.

Eine Infektion mit Pavovirose bedeutet für den Hund starke blutige Durchfälle, die in über 90% der Fälle den qualvollen Tod des Hundes bedeuten.

Zwingerhusten klingt zwar harmlos, ist allerdings eine hochansteckende Viruserkrankung mit Symptomen ähnlich einer schweren Grippe. Für ältere Hunde ist der Zwingerhusten oft nicht zu bewältigen.

Staupe ist eine heimtückische Viruserkrankung, die verschiedene Organe des Hundes angreift und leider oft erst spät erkannt wird. Je nach Fortschritt werden die Augen oder das Gebiss angegriffen. Ziel des Virus ist die Zerlegung vom Nervensystem und Gehirn und damit der Tod des Hundes. Leider hat „Impfmüdigkeit“ diese einst fast ausgestorbene Erkrankung in Deutschland wieder einsiedeln lassen.

Wir empfehlen eine jährliche Impfauffrischung mit einem Kombi-Impfstoff gegen die wichtigsten Erreger.

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